VIANNA

Institut für AudioNeuro-Technologie

Das Gemeinsame Forschungsinstitut für AudioNeuroTechnologie (VIANNA) der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) untersucht Möglichkeiten der künstlichen Stimulation von Nervengewebe mit Schwerpunkt auf dem auditorischen System. Zu den Forschungsthemen gehören Grundlagenforschung zu Hörverlust und dessen Folgen für das Gehirn sowie die Entwicklung neuer Stimulationsstrategien (Prothesen) im peripheren und zentralen Nervensystem. Wir arbeiten an Verbesserungen von Cochlea-Implantaten unter Verwendung von gepulstem Laserlicht und Biohybrid-Techniken, konzentrieren uns aber auch auf implantierbare Prothesen im Mittelohr und experimentieren mit Nanomaterialien zu Stimulationszwecken und testen verschiedene Techniken zur Verabreichung von Medikamenten in das Innenohr. Darüber hinaus untersuchen wir, wie sich das Gehirn an Hörverlust, insbesondere angeborene Taubheit, anpasst und wie Neuroplastizität für die optimale Anpassung an Hörprothesen genutzt werden kann.

In Zusammenarbeit mit mehreren Industriepartnern helfen wir bei der Entwicklung und Erprobung neuer Stimulationsstrategien und neuer Prototypen von Hörprothesen.

Das Institut wurde 2009 gegründet und wird vom Land Niedersachsen finanziert. Prof. A. Kral wurde im August 2009 zum Lehrstuhlinhaber für Auditive Neurowissenschaften und zum wissenschaftlichen Direktor des Instituts ernannt, Prof. T. Lenarz, Vorsitzender der Abteilung für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, leitet die translationalen Aktivitäten des Instituts.

Das Institut wurde am 17. Januar 2011 vom niedersächsischen Bildungsminister Prof. J. Wanka und dem Präsidenten der MHH, Prof. D. Bitter-Suermann, offiziell eröffnet. Seitdem hat das Institut viele Wissenschaftler aus allen Kontinenten beherbergt, Fördermittel von vielen renommierten Einrichtungen erhalten und sowohl seinen Forschungsbereich als auch seine Infrastruktur erweitert. Im Frühjahr 2016 zog es in ein neu errichtetes Gebäude der MHH („NIFE“) um.

Seit den Anfängen mit etwa 20 Forschern ist das Institut erheblich gewachsen. Derzeit arbeiten 65 Forscher aus verschiedenen Disziplinen gemeinsam an Prothesen und Hörverlust. Ihre Fachkenntnisse umfassen Medizin, Physik, Ingenieurwesen, Neurophysiologie, Neurologie und Chemie. Wir arbeiten an Themen aus den Bereichen Biomechanik, Elektrotechnik und Signalverarbeitung, Elektrophysiologie und Human-Imaging, Neurowissenschaften, Robotik, Histologie und Molekularbiologie.

Das Institut ist Teil des DFG-Exzellenzclusters „Hearing4All“ mit den Projektleitern T. Doll, A. Kral, Th. Lenarz, H. Maier, O. Majdani und A. Warnecke. Wir sind Teil mehrerer strukturierter Graduiertenprogramme, darunter das PhD-Programm Auditory Sciences der HBRS.

Das Institut wird von der DFG, dem NIH (USA), dem BMBF, der EU, dem DAAD und Industriepartnern (Cochlear Ltd., MED-EL, Advanced Bionics) gefördert.